Apres Rallye : 5. Februar 2007 : München - Hohenthann
km...unwichtig...
Dadurch, dass ich mir auf der Etappe Atar-Tichit am 14. Januar bei einem Sturz etwa bei km 100 die
Schulter ausgekugelt hatte, waren die verbleibenden 400 km wahrlich kein Zuckerschlecken. An den Sturz kann
ich mich nicht mehr erinnern, aber Helm und „Neck-Brace“ haben ihren Dienst getan. Wie ich erst viel später
gemerkt habe, hat der Helm davon einen Riß, was bedeutet, dass er einiges an Energie absorbierte. Dies war
einer von zwei Marathotagen. Meine Geschwindigkeit hatte daruch natürlich abgenommen und ich kam erst bei
Dunkelheit ins Ziel. Ich gönnte mir noch ein paar Schmerztabletten und ein Bier, und legte mich im Freien neben
der Maschine zum Schlafen.
Den nächsten Tag überstand ich nur mit großen Schmerzen, trotzdem ich einiges dagegen eingenommen
hatte. Die Ärzte hatten mir nach der anschließenden Untersuchung nicht ausdrücklich davon abgeraten, weiter zu
fahren. Die Entschluß habe ich selber gefaßt, die ganze Nacht überlegte ich hin und her und erst am Morgen traf ich
endgültig die Entscheidung, mich vom Rennen zurückzuziehen.
„Life is not fair to well prepared peolpe“ hatte Patricias Freund bei den Schwierigkeiten bei der
technischen Abnahme gesagt. Diese Worte sollten mich also hier nochmal einholen...
Damit begann für mich der „touristische“ Teil dieser Tour. Ich konnte den freien Platz im Servicepickup
einnehmen und widmete mich nun „Coaching“-Aufgaben für Patricia. Wenn sie abends in Ziel kam, erwartete ich sie,
lotste sie etwa durchs Camp, und konnte so einen Beitrag zum Aufbau der Moral leisten, die nach einer so langen
Strecke ein wichtiger Faktor wird.
In Dakar beschlich mich dann doch ein Gefühl von Traurigkeit, als ich nicht zu denen zählte, die über die
Rampe am Lac Rose fahren durften. Dakar hatte schon noch einige Überraschungen zu bieten: unglaublich dichter
Verkehr, ein unglaubliches „Gewusel“ mit leichten Tendenzen zur Kriminalität in diesem riesigen Moloch. Spannend
wurde es dann auch im Hafen bei der Suche nach den Motorrädern und der Verladestelle. Die mehrfach
übereinander gestapelten Container bilden ein Labyrinth, in dem die Orientierung nicht gerade leicht ist. Dann
werden die Motorräder „zur Ader gelassen“, der Sprit wird also aus den Tanks abgelassen und sie werden in
Container gestellt. Die Fotos sprechen hier wohl für sich! Inzwischen sollen die Maschinen in Paris angekommen
sein, Herbert Schek wird sie dort abholen.
Nach den Tagen des Organisierens und Packens ist dann aber bald auch der Punkt erreicht, an dem man
baldmöglichst die Heimreise antreten möchte. Dakar ist nicht unbedingt ein besonders ergiebges touristisches Ziel,
also wartet man praktisch ab Montag mittags nur noch darauf, dass es heimwärts geht. Meine Flüge liefen gut,
andere hatten weniger Glück und verpassten ihre Anschlußflüge. Und in Frankfurt am Flughafen wartete Trogi mit
Willkommenstafel (s. Foto!) auf mich: das war richtiges Heimkommen.
In München ging es dann zu Gerfrieds Halle, dem „logistischen Dreh- und Angelpunkt“. Christian und
Gerfried konnten mich dann dazu überreden, im Anschluß noch zum Stammtisch mitzugehen, um den „Insidern“ die
neuesten Eindrücke und Erlebnisse zu überbringen.
Und nun? Wird das nächste Ziel „mit Mausi in die Karibik“ sein?
Man könnte diese Aktion genausogut als Einmaligkeit stehen lassen. Das Projekt war alle Mühen wert.
Es ist eine wertvolle Erfahrung: ein solches Ziel ist erreichbar, wenn auch erst später im Leben. Nebenbei ist es
allerdings nicht machbar, dessen muß man sich bewußt sein. Selbstzerstörerische Tendenzen und Verbissenheit
sollten aber trotzdem außen vor bleiben. Man muß sein Leben darauf ausrichten, man muß dazu bereit sein,
100% Konzentration und Willen dafür aufzubringen.
Der Wunsch, es nochmal zu tun, ist nicht mehr so groß, wie der, der einen zum ersten Mal antreibt.
Das System „Dakar“ arbeitet sehr zuverlässig. Die Zeiten jedoch, in denen man mit Karte, Kompaß
und Roadbook zurecht kommen mußte, liegen weit zurück. Alles ist sehr gut organisiert und es ist an alles gedacht,
bis ins kleinste Detail durchgeplant. Symptomatisch ist aber vielleicht als Beispiel das Roadbook zu nennen: wo ein
„Bild“ (s. Fotos) genügen würde, gibt es überflüssige und ausführliche Erklärungen und Hinweise, die man im
Rennverlauf nie wirklich lesen kann. Insofern besteht ein Flut an Informationen, die sogar zu Widersprüchen in sich
selbst führen kann. Die „Unbekannten“ in der Gleichung sind keine mehr. Es gibt allerdings für die Amateure doch
noch einiges, was sie er-fahren müssen: die Belastung der Handgelenke, die Einteilung des Kraftstoffvorrates, das
Zurechtkommen mit technischen Defekten. Das veranschlagte Budget von € 40.000,00 habe ich doch noch
überschritten, vor Ort fallen dann noch Ausgaben an, die man vorher nicht einplanen kann.
Um Euch das Erlebnis etwas näher zu bringen, plane ich einen Diavortrag. Termin und Ort der
Veranstaltung werde ich hier veröffentlichen, aber auch per email verteilen, wer also benachrichtigt werden möchte,
schreibe mir ein entsprechendes mail an
werner-pfeuffer@t-online.de
Ich danke ausdrücklich und aufs herzlichste Euch allen, die Ihr mich auf meinem Weg nach Dakar unterstützt habt!
Werner
Apres Rallye : 23. Januar 2007 : Dakar - Casablanca - Frankfurt - München
Luftetappe mit Zwischenstopps / Abholung in Frankfurt / Gesamt 4900 km
Sonderservice von Trogi : Werners Abholung am Frankfurter Flughafen.
Motto der Etappe :
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen ! Mal sehen, ob Werner das auch so sieht ... ;-)
die neueste Info ist, dass die rechte Schulter verletzt ist. Mehr Details, ob Bruch, Zerrung o.ä. hat er nicht. Die Schmerzen seien trotz Schmerzmittel
nicht weg gewesen und vor allen Dingen das Problem, dass er "im Kopf nicht mehr frei" sei, hat das Risiko doch zu groß werden lassen. Die
Verletzung stammt noch vom 14., also von der Sonntagsetappe, als er nachts erst ins Ziel kam.
Er ist ziemlich am Anfang gestürzt, hat aber die Etappe trotzdem beendet. Abends hat er dann "keine Lust gehabt, das Zelt aufzubauen", und hat
im Schlafsack neben der Maschine übernachtet. Den nächsten Tag ist er troz nicht nachlassender Schmerzen komplett gefahren und ist dann zum
Arzt gegangen, der ihm empfahl, es bleiben zu lassen. Nachts hat er dann keine Ruhe gefunden, sich dann erst morgens entschlossen, sich zurück
zu ziehen. Die folgenden Etappen seinen zu steinig und für seinen jetzigen Zustand zu gefährlich.
Wäre das auf der letzten WP passiert, wäre er sicherlich weiter gefahren.
Er ist nun im Service-Pickup des Teams unterwegs nach Dakar. Abends bereitet er Patti damit Freude, dass er sie im Ziel empfängt. Den Weitertransport der
Maschine nach Dakar (von dort geht sie in einem LKW zurück nach Deutschland und nicht über die ASO nach Paris) hat er bereits organisieren können, was, "wie alles andere hier in Afrika, mit Geduld verbunden" sein muß. Wenn man etwas bewerkstelligen
möchte, darf man nicht erwarten, dass es sofort erledigt wird. Am besten trinkt man erst mal ein Bier und wartet ein bisschen ab, dann geht es am besten.
Seinen Humor hat er also auch wieder gefunden.
Es hat sich eine nette Gruppe Deutscher um das MAN-Team gebildet, so dass man abends einen "kompletten deutschen Tisch" hat. Die "Herausforderung" für die
nächsten Tage ist nun, das Gepäck zusammen zu kriegen. Die diversen Ersatzräder, Kisten und Taschen sind auf mehrere Fahrzeuge und Flugzeug
verteilt, das klappt aber bisher auch ganz gut. Die ASO zeigt sich auch kooperativ, wer aus der Wertung ausscheidet wird also nicht einfach wie früher
ignoriert, sondern es wird, etwas Geduld vorausgesetzt, unterstützend agiert.
Inzwischen kamen noch einige Bilder rein, die ich posten und mailen werde. Auch versuche ich, ihn anzurufen, um die neuesten
Infos zu bekommen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich in dieser Situation nicht mehr an Nachrichten einstellen kann, als mir vorliegen. Wer aus
der Wertung raus ist, findet auf der dakar.com-Seite keinen Platz mehr und auch niemand mehr, der über seinen weiteren Weg berichtet. Da ich seit Dienstag
auch nicht mehr mit ihm telefoniert habe, gibt es noch keine aktuelleren Infos. Deswegen
erlaube ich mir, Euch direkt zu Wort kommen zu lassen und veröffentliche einige Eurer mails, die als Reaktion auf sein Ausscheiden
eintrafen:
Hallo,wie geht es Werner,tankt er den Akku schon wieder auf ??
Es wäre schön ,auch wenn Werner nicht mehr aktiv nach Dakar fährt, wenn die Seite weiterhin mit Info von Ihm erneuert würde.
Es gibt doch sicherlich auch jetzt noch viel zu berichten.
Außerdem ist der Januar 2008 nicht mehr weit und dann geht`s wieder los !!
mfG das Nordlicht J. Schubert
Hallo Robert,
verfolge die ganze Zeit bereits Werners Weg und lese jetzt mit Entsetzen
im Spiegel-Ticker, dass Werner nicht mehr dabei ist. Was ist passiert?
Eine Newsmeldung auf Werners Seite wäre schön.
Im Übrigen: Viel Lob und Dank für Deine unermüdliche Berichterstattung!
Viele Grüße aus München,
Nicole Ott
Hallo Robert,schade, dass Werner raus ist.
Wenn Du mit ihm telefonierst, sage ihm doch bitte, er möge den Kopf hochhalten.
Immerhin war er gut unterwegs und kann stolz auf sich sein. Außerdem ist das Wichtigste, dass die Verletzung nichts Ernstes ist.
Wir denken weiter an ihn und freuen uns schon auf ein Wiedersehen.
Herzlichen Dank.
Gruß
Gabi und Trogi
Hallo Robert ,
sag doch Werner bitte, dass wir alle so stolz sind, dass er es so weit geschafft
hat und froh sind, dass nichts schlimmeres passiert ist. Ich glaube, dass es
brutal zu geht auf der Piste und wünsche dem Verursacher, dass es auf Ihn
zurückkommt, .... aber das ist auch die Dakar eben .Im Geist drücken wir
Ihn ganz doll und freun uns, Ihn wieder bei uns zu haben .
Grüße von einem echten Fanclub,Mischa
Hallo !
schade für werner, bin gestern abend echt erschrocken
hoffe es ihm gut !
All the best from Austria
bitte mailt mir auch die fotos
Günter
Auf Eurosport sagen sie zwar das alle die das Ziel erreichen Gewinner sind , für mich
zählen aber auch die dazu die es überhaupt schaffen bei der Dakar zu fahren.
Die unzähligen Stunden der Vorbereitungen und sicherlich oftmals vergeblichen Versuche Gelder auf zu treiben usw bedenkt praktisch kaum jemand.
Allein hierfür das Durchhaltevermögen auf zu bringen ist höchste Anerkennung wert.
Soweit ich informiert bin hat Werner bisher jede seiner Rally`s im Ziel beendet,und ich wünsche ihm das er auch die Dakar noch " knackt " und er nachdem
seine Wunden geleckt sind nochmals die Energie aufbringt die Sache an zu gehen.
Er hat durch seinen freiwilligen Startverzicht wahre Größe bewiesen in dem er keine für sich unkalkulierbaren Risiken eingeht, das gelingt nicht
jedem der weiß das in Deutschland sehr sehr viele Rally und Endurofans seinen Weg begleiten.
mit Endurosportlichen Gruß Jörg Schubert/ Delmenhorst im kalten Norden
Jaaaaaaaaaaaa !!!!!!!!! Werner ist noch dabei, auf den 104 Gesamtplatz zurück gefallen, aber im Ziel !!!
Bin sehr gespannt, was da gelaufen ist. Patricia ist gemeinsam mit Ragnar Katerbau ins Ziel gefahren,
Werner kam 40 Minuten nach ihnen an. Seine Startzeit war 08:09:00, Fahrzeit 13:48:32, bedeutet also, dass er erst 22:00
das Ziel erreicht hat einen Schnitt von knapp 43 km/h, was eindeutig durch die Dunkelheit bedingt ist, wenn nicht vielleicht doch
irgendetwas passiert sein sollte, ein technischer Defekt oder gar ein Sturz o. ä. Das sind heftige 4 Stunden bei Dunkelheit,
die er heute fahren mußte. Und nun gehts's ans Schrauben...
Hoffentlich ist die Maschine soweit ok, dass er etwas Schlaf bekommt. Mit dieser Tagesposition wird er morgen in etwa um die
gleiche Uhrzeit starten müssen. Die WP morgen ist immerhin 90 km kürzer als heute, vom Geläuf aber ähnlich, vielleicht sogar
noch mehr Sand als heute... Es gibt keine Verbindungsetappen, insofern doch noch etwas leichter als heute.
Aber nach 14 Stunden Wüste, Sand und Kamelgras von heute, wird es sicherlich nicht leicht sein, sich für morgen zu motovieren.
Immerhin werden nun die WPs kürzer, morgen Abend wird sich wieder Bernie um die Maschinen kümmern dürfen. Übermorgen
gibt es dann die Néma-Schleife, wieder durch den Sand. Nun bestehen wieder Chancen, nicht mehr in die Nacht hinen fahren zu müssen.
Und es gilt hier wirklich, die Nervern zu behalten, vielleicht wirklich auch mal zum Fotografieren anzuhalten !
Was das nun zu bedeuten hat? Patricia ist als 104. ins Ziel gekommen, Werner aber nicht...
Werner ist in der Gesamtwertung an 97. Stelle. Während des Ruhetages ist das Klassement überarbeitet worden. Nach einigen
Ausfällen könnten die beiden sicherlich noch einige Plätze vorrücken.
Ohjeohje... Als ich eben den Tracker der www.dakar.com einschaltete, wurde Werners Position noch vor CP 1
angezeigt. Aber im Eurosport Live-Ticker werden er und Patricia auf den Positionen 110 und 111 geführt.
Patricias Tracker zeigt sie bereits "kurz vor dem Ziel", was hoffen lässt, dass Werner bei ihr ist.
Das bedeutet aber, dass sie heute bei Dunkelheit ins Ziel kommen, das ist hart...
Die WP ist mit 589 km die längste dieser Dakar. Was aber gut ist: die Verbindungsetappen fallen mit insgesamt 37 km
praktisch nicht ins Gewicht. Die Etappe ist auch etwas langsamer als die Tage zuvor, der Schnellste machte einen
Schnitt von 77 km/h bis zum 3. CP. Werner und Patricia liegen bei 47 km/h bis CP3. Das wird sich nach dem langen Tag
wohl kaum noch erhöhen, da sie bei CP 3 bereits 8:45 Stunden unterwegs waren. Und von da bis ins Ziel sind es nochmal
180 km !!!
Da wir heute wieder eine "Marathonetappe" haben, also ohne "externen" Service, haben Werner und Patricia klugerweise
das Tempo etwas zurück genommen.
13.1.07 Ruhetag in Atar
Vielen Dank soll ich von Werner an Euch ausrichten für Eure Unterstützung und Euer ungebrochenes Interesse,
mit dem Ihr seinen WahnsinnsWeg nach Dakar verfolgt. Denn es ist nicht ohne, zu wissen, dass man gar nicht
selbst gravierende Fehler zu machen braucht, um aus dem Rennen geworfen zu werden. Dafür können rücksichtslose
Autofahrer sorgen, denen ihre eigene Position in der Wertung wichtiger als die Sicherheit anderer Teilnehmer,
die sie durch ihre Fahrweise gefährden, ist. Und es gehört einiges dazu, trotzdem weiter zu fahren, auch nachdem man
schon einmal "abgeschossen" wurde.
Hierzu muß aber noch eine differenzierende Erklärung folgen: die Autofsahrer, die sich in den Top 15-20 bewegen,
stellen kein Problem dar. Sie sind Profi genug, um um die Probleme der Motorradfahrer Bescheid zu wissen, und besitzen das
fahrerische Können, ohne Gefährdung anderer zu überholen. Es sind eher die Autos, die weiter dahinter liegen, die "Halbprofis",
die nicht so viel Erfahrung besitzen und sich trotzdem selbst unter sehr hohen Druck setzen, und damit dann die Motorräder, die sie
einholen, als unliebsame Hindernisse betrachten. Wenn man sich die Zeiten anschaut, stellt man fest, dass Werner gestern von ca. 40
Autos überholt wurde. Es sind aber nicht die Schlessers, Alphands oder Peterhansels, die Probleme machen. Bei denen kann man sich
absolut sicher sein, dass sie auf der Strecke absolut fair und professionell unterwegs sind. Es sind die anderen 20-25, denen alles
egal zu sein scheint.
Nun die Beantwortung Eurer Fragen:
Die Tagesetappen sind meist in Verbindungsetappe / Sonderprüfung / Verbindungsetappe gegliedert. Die Sonder- oder Wertungsprüfungen
sollen natürlich höheren fahrtechnischen Schwierigkeitsgrad haben und sind komplett "Off Road". Die Aufteilung kann man
ganz gut der Streckenprofilen entnehmen, die auf www.dakar.com abgebildet sind. Die Untergrundbeschaffenheit kann sehr unterschiedlich
sein, grundsätzlich wird aber nicht auf Teer gefahren. Ansonsten gibt es alles mögliche, was wir bereits den Bildern aus dem Fernsehen
auch entnehmen konnten: Sand, Sanddünen (der Traum jeden Motorradfahrers!), Schotterpisten, Geröllfelder, Lateritpisten, Wasserdurchfahrten,
die sehr tückisch dadurch sind, dass wenn Wasser in den Motor gelangen sollte, das Rennen so gut wie vorbei ist. Eben alle Topographien,
die die Wüsten unseres Planeten für diese Ecke vorgesehen haben.
Die Verbindungsstrecken wiederum sind meist Teerstraßen. Meist. An Tagen wie dem 11. Januar bestand die erste Verbindungsetappe jedoch
aus anfangs 200 km Teer und danach 200 km ungeteerten Pisten. Wenn man also, bevor die Wertungsprüfung überhaupt erst begonnen hat, erst 200
km ungeteerten Weg hinter sich hat, ist man sozusagen schon mal "bedient". Wenn es dann auch noch regnet, wir das nochmal um einiges schwieriger
und entsprechend ist man vor der eigentlichen Wertungsprüfung schon mal geschlaucht, und es kann natürlich auch das Material beschädigen, wenn man
einen Sturz oder Ausrutscher hat.
Der Unterschied zur Wertungsprüfung ist der, dass die Zeit, die man für diesen Teil der Etappe benötigt, nicht gemessen wird. Man muß lediglich
pünktlich zur vorgegebenen Startzeit am Start erscheinen. Ab hier läuft die Uhr und man hat einen bestimmten Zeitrahmen vorgegeben, in dem man
das Ziel erreichen muß. Überschreitet man diesen Zeitrahmen, kann das zu Strafzeiten führen, die einem aufgebrummt werden, oder gar zum Ausschluß
aus der Wertung, oder man wird gar vom "Besenwagen" aufgesammelt, womit das Rennen wiederum gelaufen ist.
Auf dem Verlauf der Wertungsprüfung gibt es einige Checkpoints, die angefahren werden müssen, an denen man vom Streckenmarshal einen Stempel
auf seine Stempelkarte bekommt, der nachweist, dass man die vorgegebene Route, ohne zu "schummeln", abgefahren ist. Fehlt ein Checkpoint aus der
WP, gibt das wieder Strafzeiten. An manchen Checkpoints gibt es für die Motorräder auch Sprit zum Nachtanken. Die WPs können so lang sein, oder die
Maschine kann beispielsweise im tiefen Sand so viel Sprit geschluckt haben, dass das Nachtanken nötig wird. Während der vergangenen Jahre wurden die
Spritreserven, die die Motorräder mitführen, immer weiter reduziert. Es gab Zeiten und Motorräder, bei denen
die Tanks insgesamt um die 60 Liter fassten. Das
sind also 60 kg Gewicht, die die Maschine beim Start schwerer ist, als wenn sie (theoretisch) leergefahren ins Ziel kommt. Und dieser Unterschied
stellt besondere Anforderungen an Mensch und Maschine. Vollgetankt ist "die Mühle praktisch ein fast unfahrbarer Ziegelstein", im Ziel dann aber
(vergleichsweise) federleicht.
Außerdem sind die Teilnehmer dazu verpflichtet, "ausreichend" Trinkwasser mitführen zu können. Bei der Beanspruchung und bei den hohen Temperaturen,
die üblicherweise in diesen Breitengraden herrschen, braucht der Fahrer sehr viel Wasser. Nun ist die Anbringung eines Wasserbehälters an der Maschine
Pflicht und eine Weitere Reserve führt man normalerweise im "Camel-Bak" mit, was den Vorteil hat, dass man während der vollen Fahrt trinken kann. An
den Checkpoints und an den Tankstopps kann man seine Wasserreserven üblicherweise auch erneuern.
Für den Hunger bekommt man vom Veranstalter ein Lunchpaket. Was man dann wirklich davon mitnimmt, bleibt jedem selbst überlassen. Es gilt hier wie
immer, möglichst Gewicht einzusparen. Werner handhabt das beuspielsweise so, dass all diese Sachen in seiner Jacke Platz finden müssen. Die Jacke
hat also sowohl sämtliche Protektoren eingebaut, als auch diverse Taschen, in die der Wasserschlauch und die Müsliriegel oder Snickers verstaut
werden. Gegessen wird dann an den Checkpoints und Tankstopps, an denen die Motorradfahrer zu 15 Minuten "Neutralisation" verpflichtet sind, d.h sie
müssen 15 Minuten Pause machen, die von der Fahrzeit am Ende der WP abgezogen werden. Im Biwak ist die Küche der Dakar wirklich gut, international
gehalten von der Auswahl, aber auf ein kühles Weißbier wird sich Werner nach diesen zwei Wochen bestimmt freuen...
Kommt man abends ins Ziel/Biwak, muss man sich als Privatier meist um die Maschine kümmern. Werner und Patricia haben
Bernie Wright als Mechaniker engagiert, also bleibt ihnen das erspart. Schafft es die Servicemannschaft auf der -route allerdings nicht
rechtzeitig ins Biwak, muß man dann schon selbst ran. Und es gibt dann noch die "Marathonetappen", bei denen nur die
Fahrer selbst an den Maschinen arbeiten dürfen. Dazu haben einige Teams Autos im Rennen, die in Wertung mitfahren. Diese
"fast Assistance" darf dann unterstützen, die Fahrer dürfen sich also gegenseitig unterstützen.
Werner und Patricia haben die 6. und 7. Etappe gemeinsam gefahren, da Werner diesen Sturz auf der ersten Verbindungsetappe der 6.
hatte, der sein Navigationssystem ausser Gefecht gesetzt hat. Es wurde zwar von Bernie repariert, funktionierte aber doch nicht
einwandfrei, weswegen sie auf der 7. auch zusammen geblieben sind. Herbert Schek, Patricias Vater, meinte, es sei sowieso am
besten, zu zweit zu bleiben, da man sich so immer gegenseitig unterstützen kann. Das war auch früher stets Herbert Scheks Strategie,
zu Zeiten, als er die Paris-Dakar mit Patricia zusammen anging.
Nun werden wir uns für die neuesten Nachrichten doch nicht bis morgen gedulden müssen. Eben (21:45) rief Werner über Satellitentelefon
an, um von den vergangenen Tagen zu berichten. Der gestrige Tag fing morgens um 04:30 Uhr schlecht an mit Sandsturm auf den
ersten 100 km der Verbindungsetappe, danach gab es 100 km Regen. Nachdem der Teer zu Ende war, gab es die restlichen 200 km der Verbindungsetappe
in Off-Road-Ausgabe. Werner hatte auf diesem Teil einen Sturz, weswegen er dann komplett verdreckt war. Abends gönnte er sich dann ausnahmsweise
eine Wäsche, ausnahmsweise... Der Sturz hatte allerdings seine Navigationsinstrumente zum Ausfall gebracht. Mit Patricia führ er dann die Wertungsetappe
gemeinsam. Heute fuhren sie die Etappe auch zusammen.
Was nicht so lustig war: er ist heute von einem Buggy niedergefahren worden! Erst überholte ein LKW, dann kam der Buggy, der ihn dann von der Maschine holte.
Die Autofahrer sind sehr rücksichtslos, sie fahren praktisch ohne Sicht auf wenige Meter auf, hupen zweimal kurz und zwängen sich vorbei. Das Problem entsteht
durch diese ausgedehnten Hochgeschwindikgeitspassagen, bei denen nach Kompaßzahl mit Highspeed praktisch nur geradeaus gefahren wird. Die
Rennleitung spricht bei den Briefings dieses Problem ständig an, aber es kümmert sich wohl keiner ernsthaft darum. Werner überlegt schon, welche
Autos er nächste Woche anzünden soll...
Heute befindet er sich in einem Hotel in Atar und freut sich auf den morgigen Tag, an dem endlich auch etwas Zeit für andere Dinge sein wird.
Bisher war abends keine Zeit, um irgendwen zu sprechen, man weiß nichtmal genau, wie das Klassement steht, die ganze Nacht schraubt Bernie Wright dann
an den Maschinen, und morgens um 05:00 gehts' wieder weiter...
Zitat: "Nur die Harten kommen in den Garten!"
Die Sonderprüfung wurde von 542 km auf 408 km verkürzt, da im Zielgebiet ein Sandsturm tobte. Für den möglichst reibungslosen Ablauf
der Rally ist es erforderlich, dass das Wetter es den Notfallhubschraubern erlaubt, zu starten. Der in der
Gegend von Kontrollpunkt 2 herrschende Sandsturm ließ dies nicht mehr zu, weshalb das Ziel der Wertungsetappe also
kurzerhand zu km 407,6 verlegt wurde. Damit wird sicherlich keiner der Teilnehmer gerechnet haben, aber nachdem bereits gestern
das Wetter mit Regen und Schlamm völlig Dakar-untypisch war, ist es eigentlich keine Überraschung. Wir dürfen sehr auf die Kommentare
der Profifahrer gespannt sein, denn sie werden ihre Taktik für den heutigen Tag durchaus auf die gesamten 542 km ausgerichtet haben.
Da es die Etappe vor dem Ruhetag war, werden einige versucht haben, ihre Platzierung zu verbessern. Und wenn dann die Strecke unverhofft
verändert wird, dürfte das manch einem einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht haben.
Werner ist durch eine 94. Tagesplazierug auf dem 98. Gesamtrang vorgerückt ! Der Geschwindigkeitsschnitt ist heute beim Tagesbesten
bei 90 km/h gelegen, bedeutend niedriger als gestern. Der starke Wind, der die Teilnehmer den ganzen Tag begleitete, hat den heutigen
Ritt um einiges erschwert. Werners Schnitt lag heute wieder im Bereich der Vor- und Umsicht : 57 km/h. Und trotzdem hat er einige Plätze
gut machen können. Patricia Watson-Miller (geb. Schek, Tochter von Herbert Schek) mit Startnummer 145 holt auch beständig auf. So wie sie fährt,
wird sie ebenfalls die "100 knacken".
So wie die Maschine aussieht, hat er sich schon mal ganz ordentlich auf die linke Seite gelegt, der Wasserbehälter links am Motor ist eingedellt
und der Tank links unten verschrammt, der große Aufkleber flattert etwas im Wind ... Nein, es ist wohl nicht ernstes gewesen, vermutlich sind das
die Folgen des Umfallers, den er am Montag hatte. Da seine sich Leistung von Tag zu Tag gesteigert hat, ist anzunehmen, dass ihm sein Handgelenk
auch keine weiteren ernsthafteren Probleme bereitet.
Morgen ist Ruhetag in Atar. Es wird wieder ein Telefonat geben, in dem Werner bestimmt viel zu erzählen hat. Aber in erster Reihe
werden wir ihm Zeit für Regeneration gönnen.
Wenn Ihr Fragen oder Grüße an ihn habt, schreibt mir ein mail. Er wird sich bestimmt riesig freuen, zu hören, mit welcher Spannung und Aufmerksamkeit
Ihr seinen Weg verfolgt.
Erste Einschätzung: sehr schnelle Etappe, Werners Schnitt war bei 70 km/h !!!
Schnellester Schnitt 106 km/h ... sehr schnelle Etappe...
Man muss sich vergegenwärtigen, dass die heutige Etappe insgesamt 817 km lang war. Eine Verbindungsetappe von gut 400 km
alleine, um zum Startpunkt der Sonderprüfung zu kommen. Genügend Zeit und Raum, um hier schon Probleme zu bekommen, denn
die zweite Hälfte der Verbindungsetappe war nicht geteert, sonder Schotterpiste, also ganz schön kräftezehrend.
Damit nicht genug. Denken wir an die vorigen Tage und rechnen wir ein bisschen rum, stellen wir fest, dass Werner bisher nicht bei
Dunkelheit fahren mußte. Die Startzeiten waren immer morgens oder am frühen Vormittag. Zähltt man die Fahrzeiten hinzu,
kann man folgern, dass er bisher das Ziel stets bei Tageslicht erreichte. Aber bei der heutigen langen Verbindungsetappe vorneweg
und einer Tagesfahrzeit von knapp 5:45 Stunden, kann es sein, dass er heute das Ziel erst nach Einbruch der Dunkelheit erreicht
haben könnte.
Der Rallytross befindet sich nun nahe dem Wendekreis des Krebses, was bedeutet, dass es früh (etwa 18:00) dunkel wird, und die Dämmerung
ist sehr kurz. Dazu kommt, dass heute die Navigation weitere Leckerbissen bereit hielt: Orientierung nach Kompaßzahl. Endlich war das Roadbook
wahrscheinlich nicht mehr völlig überfrachtet und man konnte wohl richtig Gas geben, was durch die Zahlen belegt wird. Und rechnen wir die vorigen
Tage dazu, dann kann Werners Fahrt heute wirklich als ausgezeichnete Leistung gewertet werden.
Denken wir an den 11.1.2005 zurück, was Werner heute bestimmt auch tun wird, erinnern sich wohl einige an den tragischen Tod von Fabrizio Meoni. Fabrizio
Meoni war für Werner ein großes Vorbild, er hatte auch Gelegenheit, ihn persönlich kennen zu lernen, weswegen er heute bestimmt in Gedanken bei diesem
traurigen Ereignis verweilte.
Ich möchte mich hier in Werners Namen ausdrücklich für Eure zahlreichen Besuche auf dieser Internetseite bedanken (in meinem Namen natürlich auch...;-)) und für die
durchweg positiven Rückmeldungen! Allein heute habt Ihr diese Seite mit 28.600 Hits bedacht !!! Einfach umwerfend, das ist doppelt so viel wie gestern, und
gestern war der bestbesuchteste Tag bisher, der mit über 14.400 Hits den gesamten Dezember um 3.000 Hits übertraf!
Leider haben wir bisher keine Bilder des Tages von Werner erhalten.
Frei nach Mischa: don't dream your life, live your dream as Werner does.
Klasse, eben war Werner auf Eurosport wieder zu sehen, verdreckt von oben bis unten, es hat geregnet...
Der 125. Platz auf der heutigen Wertungsetappe durch den Atlas sichert Werner die 105. Gesamtposition. Der Schnitt
scheint konstant bleiben zu wollen, wieder 54 km/h. Das Deutet auf Werners Konstanz hin, sein Ziel ist klar definiert,
sich mit genügend Reserve und Beständigkeit Dakar eine weitere Etappe zu nähern. Die Mischung macht es aus, gestern sagte er,
ein technischer Defekt, wie ihn gestern Norman Kronseder hatte, könne ihn jederzeit auch ereilen. Aber seine Fahrweise und sein
Bedacht lohnen ihm bisher seine Mühe.
Die Etappe führte heute durch das Atlasgebirge, steinige Pisten in hochalpiner Landschaft, die von den Veranstaltern
als "dramatisch" und "mondähnlich" beschrieben wird. Die Fernsehaufnahmen werden es uns verdeutlichen.
An dieser Stelle möchten wir "Teambuctou", Uta Baiers Reiseveranstaltungen, für die Hinweise auf folgende Links danken:
www.adventure-magazin.de/sport_dakar.htm
www.adventureproject.de/ *** Uta Baier ist ebenfalls dort unten um mit einer Gruppe von Endurofahrern
die Rallye auf dem Weg nach Dakar zu begleiten. Einer von Utas Teilnehmer
schreibt live über die Erlebnisse und stellt diese ins Internet. Dieses
Tagebuch wird täglich ergänzt und ist zu finden unter obigem Link.
Werner berichtete heute telefonisch !
Das größte Problem bereiten die Autos, die ziemlich rücksichtslos überholen. Dazu kommt, dass der von ihnen
aufgewirbelte Staub lange in der Luft hängen bleibt, da kein Wind ging. Dies verlangsamt das
Weiterfahren. Trotzdem geht es gut. Gestern hat er einen Umfaller gahabt, der ihm ein Handgelenk leicht
stauchte. Allerdings war das nur morgens nach dem Aufstehen zu spüren, es war etwas steif. Konditionell
hat die lange Etappe keine Probleme gemacht, auch das Motorrad läuft einwandfrei. Die Strecke heute war nicht einfach zu fahren,
es gab die ersten Dünen, die Werner aber fahrerisch keine Probleme bereiten.
Patricia ist auch gut unterwegs, im Cockpit ist ein Kunststoffteil gebrochen, das ließ sich aber wieder reparieren.
Es gab wieder viele Zuschauer an der Strecke, vor allem sind viele Motorradfahrergruppen unterwegs, die sich das Spektakel ganz aus der Nähe
anschauen wollen.
Wegen der Kälte kann es nachts unangenehm werden, aber die zwei Schlafsäcke tun ihren Job. Umständlich ist, morgens Thermounterwäsche
anzuziehen, weil es so kalt ist ... Und damit dann den ganzen Tag unterwegs zu sein, irgendwie overdressed, aber auch das
ist nicht wirklich ein Problem. Die 118. Tagesposition bringt den 105. Gesamtplatz bei den Motorrädern. Es war der erste zweier "Marathon"-Tage,
d.h., dass nur die Fahrer an den Motorrädern Wartungsarbeiten durchführen können. Das Abendcamp ist 100 km vom Camp der Autos und LKW
entfernt. Also sind die Motorradfahrer wirklich unter sich ! Es gibt einen kleinen, von der ASO aufgebauten Servicepunkt mit Schweißgerät
und Kompressor, das Motorradfahrercamp ist richtig nett aufgebaut, hier hat sich die ASO richtig Mühe gemacht.
Heute erreichte Werner wieder eine Schnitt von knapp 54 km/h, was vordergründig als Konstanz gewertet werden kann.
Bedenkt man jedoch die Länge und Schwierigkeit der Etappe, ist dies als Steigerung zu werten.
Heute sind leider noch keine Fotos eingegangen...
Elmer Symons ist heute gestorben.
Wie soll man hierzu die richtigen Worte finden ? Für seine Angehörigen und Freunde ist dieses die schrecklichste aller Nachrichten. Und es wird keine Folgeetappe
annuliert, wie beim Tod der "großen Namen". Man kann nur hoffen, dass Elmer Symons nicht leiden mußte. Der Schmerz wegen dieses Verlustes trifft
bestimmt am härtesten seine Bruder Kingsley, der für ihn den Service bei dieser Rally machte .
Wieder stellt sich die Frage nach Sinn oder Unsinn solcher Veranstaltungen, bei denen Menschen ihr Leben lassen. Aber jeder aktive Teilnehmer
des Rennens ist sich dessen bewußt, welche Konsequenzen es haben kann. Keiner wird für sich selbst wirklich damit rechnen, dass er vielleicht nicht mehr
lebend zurück kehrt. Trotzdem muß jeder für sich entscheiden, wie sehr er an seine Grenzen zu gehen bereit ist. Jeder muß wissen, ob er wirklich
stets ans Limit gehen will, jeder muß bei sich selbst anfangen und seine Motive hinterfragen, daraus das Maß seiner Risikobereitschaft ableiten.
Wenn ich nun an Werner denke, fällt mir mein Abschiedswunsch an ihn ein:
komm heile wieder!
Die erste Lektion in Durchhaltevermögen
Wir dürfen sehr gespannt sein auf diese erste wirklich lange Sonderprüfung. Sehr abwechslungsreiches Terrain erwartet die
Fahrer, hier wird sich nun wohl zeigen, wer die Nerven behalten kann. Die Strecke wird als generell sehr kurvig und schnell beschrieben.
Die ersten Sandpassagen werden zu überwinden sein, hier ist Erfahrung gefragt.
Erschwerend kommt hinzu, dass dies der Erste zweier Marathontage ist. Das bedeutet, dass nur die in Wertung fahrenden an ihren Motorrädern
arbeiten dürfen. Aber gleichzeitig wirkt sich das
auch ein bisschen ausgleichend aus zwischen Werksfahrern und Privatiers. Die Profis müssen hier auch mal selbst Hand anlegen.
Werner hat heute die erste "richtige" Afrikaetappe souverän auf dem 142. Platz
beendet, womit er auf den 125. Gesamtrang vorgerückt ist. Sein Geschwindigkeitsschnitt
lag bei gut 54 km/h. Der Tagessieger legte einen Schnitt von knapp 80 km/h vor, Werner
hat heute also 67% davon erreicht.
Die Erleichterung darüber, dass die technische Abnahme am Schluß dann doch noch gut verlaufen ist,
ist den Bildern leicht zu entnehmen : der Gesichtsausdruck mit dem Parc Fermé im Hintergrund ... und Jeans
und Turnschuhe auf der Startrampe ... das spricht Bände.
Die Bilder von der ersten Etappe zeigen aber deutlich, dass er auf Sicherheit fährt. Wo nämlich die
anderen mit viel Gas durch die tiefsten Stellen fahren, fährt Werner eindeutig am Rand der Piste,
wo es noch festeren Untergrund und somit besseren Grip gibt. Das spart Kraft beim Fahrer und Sprit
und schont das Material.
Die diversen Ausfälle, die man heute verzeichnen konnte, belegen, dass die Jagd nach vorderen Plätzen
bald zum Bumerang werden kann.
An dieser Stelle muss auch noch gesagt werden:
Vielen Dank besonders an die "Sonderdelegation" in Lissabon, bestehend aus Dorit, Gabi, Andy, Trogi, die
bei der Techn. Abnahme, beim Start und bei der SP 1 Werner live angefeuert hat. Laut Trogi säumten mehr als 500.000
begeisterte Zuschauer die Strecke der ersten Etappe.
Die Bilder von "maindru" treffen leider jeweils mit einem Tag Verzögerung ein.
Vielen Dank an EUROSPORT für die freundliche Erwähnung. Wir würden uns freuen, wenn immer alle deutschen Namen genannt
würden.
Die Tagesetappe, ein Rundkurs von 67 km Sonderprüfung ist geschafft.
13:20 Uhr : Anscheinend ist die Zeitwertung aktualisiert worden, so dass Werner nun den 131. Gesamtrang belegt.
10:00 Uhr : Aktuell wird Werner als 153. der Tageswertung geführt, insgesamt ist er damit
im Gesamtklassement auf Platz 134 zu finden. Werners Durchschnittsgeschwindigkeit war heute
bei etwa 48 km/h. Allerdings war der Schnellste heute bei etwa 64 km/h, was darauf hindeutet,
dass die Wertungsprüfung schwieriger war. Und es bedeutet, dass Werner näher an den Schnellen
ist als gestern: gestern hatte er 68% der schnellsten Zeit erreicht, heute sind es bereits 75% !
Was aber nicht bedeutet, dass er sich vom Geschwindigkeitsrausch hat anstecken lassen. Im gestrigen Telefonat
betonte er nochmal, dass ihm die Platzierung nicht wichtig sei. Es ist aber doch schön zu sehen,
dass er durchaus was drauf hat.
Nun ist die Verbindungsetappe nach Málaga zu absolvieren, von dort geht es über Nacht auf die Fähre
nach Nador (Marokko).
Michi Baumann fliegt heute nach Málaga, noch paar kleine Ersatzteile im Gepäck.
Leider gab es kein Telefonat mehr, also keine Nachrichten aus erster Hand. Und leider hat der Fotoservice "www.maindru.com"
keine Bilder von Werner oder Patricia geliefert... Und leider ist auf Eurosport der Name Pfeuffer noch gar nicht
gefallen. Ich bleibe aber dran! Robert
5. Januar 2007 : Die technische Abnahme... Das war nochmal ein Tag... Trotz sorgfältiger Vorbereitungen des Motorrades wollten einige der Pflichgeräte nicht funktionieren!
Mit Christians Unterstützung bekamen wir das aber doch noch hin. Trotzdem hat sich das in die Länge gezogen, wofür ein halber Tag nötig gewesen wäre, wurde zu einem ganzen.
Irgendwann bat mich Christian, mich in eine Ecke zu setzen und NICHTS MEHR ZU MACHEN! Es war eine riesige Erleichterung, als die Maschine dann vom technischen Kommissar als taglich
befunden wurde, nachdem Christian sich auch noch ausführlich mit ihm unterhalten hatte. Die beiden kennen sich...
Wir sind im selben Hotel mit dem VW-Team untergebracht, Luc Alphand und Ari Vatanen sind echt nette Typen, mit denen man sich gut unterhalten kann!
Mit den Rally Raid Uk Leuten komme ich auch prima zurecht, die Servicefahrzeuge sind perfekt gepackt worden. Meine Rally-Kiste und die Ersatzräder
sind im Flugzeug untergebracht.
Christian (als unglaublicher Perfektionist) hat sich mit Bernie, Patricias und meinem Mechaniker, zusammen gesetzt, und einen präzisen
Serviceplan (Öl-, Luftfilterwechsel usw.) ausgearbeitet.
1. Januar 2007 : Wir sind nach Lissabon unterwegs. Mit Christian Wölfl bin ich nun nach Portugal unterwegs. Wir gehen davon aus, dass wir am 2.1.07 unser Ziel erreichen werden,
die Maschine von Patricia Watson-Miller haben wir auch im Bus. Mein Gepäck umfaßt nun doch schon zwei Rally-Kisten mit Campingausrüstung und Ersatzteilen, Reserveräder, einen
Trolley allein für die Fahrerbekleidung, und noch das eine oder andere "beauty case"...
Am 3. trifft dann das "Rally Raid UK" Team zusammen. Für den 4.1. steht die technische Abnahme meines Motorrades auf dem Programm. Christian will mir auf den europäischen Etappen weiterhin zur Seite stehen.
Michi Baumann fliegt dann am 5.1. nach Malaga runter, er wird noch einige Ersatzteile mitbringen, gemeinsam werden sie den 2300 km langen Rückweg nach Deutschland antreten!
!!! +++ Verlauf der Rallye aus Sicherheitsgründen geändert +++ !!!
Laut offizielelr Aussage der ASO empfahl das französische Außenministerium die Änderung der Etappen 10. (Nema-Timbuktu) und 11. (Timbuktu-Nema).
Die Verantwortlichen beschlossen, diese beiden Sonderprüfungen aus dem Parcours zu nehmen. Trotz der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen der
zuständigen Behörden Malis sei diese Vorsichtsmaßnahme zur Gewährleistung der Sicherheit der Rallyeteilnehmer getroffen worden.
Als Ersatz wurde für den 16.1. ein Rundkurs Nema-Nema mit einer 376 km langen Sonderprüfung angesetzt. Am darauffolgenden Tag wird es einen
halben Ruhetag und eine reine Verbindungsetappe ohne Wertungsprüfung nach Ayoun-el-Atrous in Mauretanien geben.
1. Januar 2007 : Abfahrt nach Lissabon. Mit Christian Wölfl fahre ich nach Portugal zum großen Showdown. Christian wird mir auf den europäischen Etappen weiterhin zur Seite stehen. Klasse finde ich auch:
Michi Baumann fliegt dann am 5.1. nach Malaga runter, wo mich die beiden "zur Fähre" bringen werden, und wird Christian den 2300 km langen Rückweg nach Deutschland erleichtern!
Aktuell !!! in "Enduro" (Dank Gabi und Trogi) und "Motorrad" sind Artikel/Vorberichte über mich erschienen! Jetzt bereits am Kiosk erhältlich.
Auf nach Dakar! Nun habe ich meine Startnummer zugewiesen bekommen: 179 Wie viele andere Teilnehmer auch, bekam ich das Sponosring von ELF: es beinhaltet Öl und andere Produkte während der Rally.
Das Motorrad ist nun fertig und eigentlich könnte das Ganze nun endlich losgehen. Christian Wölfl möchte ich an dieser Stelle für seine wertvolle Beraterrolle danken: er ist ein sehr erfahrener
Rallyepilot, mehrfacher und aktueller Sieger der Rallye "Berlin-Breslau", erfolgreicher Teilnehmer bei "Master-", "Dubai-" und "Pharaonen-Rallye".
Er steht mir mit Rat und Tat zur Seite und wird meinen Transport von Mann und Maschine nach Lissabon bewerkstelligen.
Danke auch an www.adventure-magazin.de und Herbert Worm für mein aktuelles feature darin.
Des weiteren zeigt die Fach- (Das Motorrad, Enduro, Motorrad Abenteuer) und Lokalpresse Interesse an meinem Vorhaben. Hinweise auf entsprechende Berichte werden hier erscheinen.
9. Dezember 2006 : Treffen mit Patricia Watson-Miller (Tochter von Endurourgestein Herbert Schek) und unserem Mechaniker Bernie in Wangen (Allgäu)
zu letzten technischen Besprechungen und Festlegung der Zusammenstellung der Ersatzteilliste.
18.11.2006 +++ Die SPONSOREN-/SYMPATHIEPARTY am 18.11.2006 in DIETERSHEIM war ein voller Erfolg. Ich danke allen für Eure
Teilnahme und Beiträge, ganz besonders auch im Namen der Initiatoren und Organisatoren: Andy, Dorit, Gabi und Trogi.
Den Sponsoren "Reifen Butzner" und "Klüber" für deren Beiträge zur Tombola, ebenso der Firma "Wunderlich" für das "Care-Paket".
Der Topf war am Schluß überaus beachtliche € 1.400,00 schwer!
Ich freue mich sehr, von BMW Motorrad mit einer kompletten Fahrerausrüstung für die Rallye ausgestattet worden zu sein! Es handelt sich
hierbei um die neuesten Modelle, und ganz besonders hervorheben möchte ich die "Neck Brace"-Halskrause, die mir, obwohl es noch ein Vorserienmodell ist,
zur Verfügung gestellt wurde!
Sonntag * 12.11.2006 * ab 17:45 + Fernsehbericht auf RTL im "Bayernjournal" !
Bei der Ausgabe 2007 der "Dakar" wird keine Tagesetappe kürzer als 500 km sein!!! (Prolog und letzter Tag am Lac Rose
ausgenommen)